 U19-WM in der der Schweiz U19-Nationalmannschaft spielt erfolgreiche WM. Vom 7.-11. November 2007 war es endlich soweit, die beiden Unihockey-Talente des ETV Hamburg Fritz Herrmann und Mathis Wittneben spielten bei der U19-Weltmeisterschaft in der Schweiz. An den beiden Spielorten Zuchwil und Kirchberg (beide in der nähe von Bern) kämpften insgesamt 16 Nationen um den Titel. Ähnlich wie beim Eishockey ist die WM in eine A- und eine B-Gruppe geteilt. Somit spielen jeweils 8 Teams pro Gruppe. Der Sieger der B-WM darf bei der folgenden WM 2009 bei den Top 8 mitspielen, der letzte der A-WM hingegen steigt ab und spielt dann in der B-WM. Das Deutsche Team trat auf Grund der Ergebnisse der vergangenen WM-Turniere in der B-Gruppe an. Hier warteten in der Vorrunde Estland, Italien und Spanien als Gegner.
Bereits am 2. November traf sich das Team um Bundestrainer Roland Fust zur Vorbereitung in Ingolstadt. Hier testete man gegen die U21 von Grashoppers Zürich. Das erste Spiel ging klar mit 5:9 verloren. Am folgenden Tag konnte die U19 jedoch eine deutliche Leistungssteigerung vorzeigen und gewann das Spiel mit 9:4. Am nächsten Tag ging es nun auf die Reise nach Zuchwil, wo das WM-Quartier bezogen wurde.
Nach einem Ruhetag gab es die erste Begegnung gegen Estland. Vor dem Spiel war bereits klar, daß Mit-Favorit Estland der stärkste und schwierigste Gegner dieser Vorrunde sein würde. Hinzu kam, daß fast alle Spieler des deutschen Teams ihr erstes WM-Spiel bestritten und dementsprechend nervös agierten. Dies zeigte sich auch im ersten Drittel der Partie, welches mit 0:2 verloren ging. Doch im zweiten Drittel steigerte sich das Team und fand in die Partie. Man gewann diesen Spielabschnitt mit 4:2. Im letzten Drittel lieferten sich beide Teams einen spannenden Kampf, bei dem aber keiner die Oberhand gewinnen konnte, sodaß dieses Spiel mit 7:7 endete. Durch den engen Terminplan der WM wartete zur gleichen Zeit am nächsten Tag bereits der nächste Gegner Italien. In einer einseitigen Partie, in der lediglich zwei Spieler der Italiener mit dem Niveau der deutschen Mannschaft mithalten konnten, gewann man sehr deutlich mit 14:3.
Deutschland schreibt Geschichte! Die Aufgabe vor dem letzten Gruppenspiel war schwierig. Um noch Gruppenerster werden zu können, und somit einem schwierigen Gegner im Halbfinale aus dem Weg zu gehen, musste das deutsche Team gegen Spanien ganze 18 Tore Unterschied erzielen. Estland hatte in seinen Spielen ordentlich vorgelegt. Nach einem Torfestival sah das erste Drittel jedoch nicht aus. Man führte 2:0 nach den ersten 20 min. Aber im zweiten Drittel kam die Offensivabteilung in Fahrt und erhöhte bis zum Ende des zweiten Drittels auf 10:0. Somit waren 8 Tore im letzten Spielabschnitt absolut machbar. Mit viel Druck machte das Team weiter, kassierte jedoch den ersten Gegentreffer. Also mussten jetzt 19 Tore erzielt werden. Die Jungtalente bemühten sich und schossen ein Tor nach dem anderen. Zwei Minuten vor Schluss war es geschafft und man führte 19:1. Aber durch eine kurze Unkonzentriertheit fiel ein zweites Tor für die Spanier. Jetzt hatte das deutsche Team nichts zu verlieren und nahm beim Stand von 19:2 den Torhüter vom Feld, um eine sechsten Angreifer ins Spiel zu bringen. Durch die Überzahl gelang es 11 Sekunden vor Schluss das viel umjubelte 20:2 zu erzielen.
Damit waren Deutschland und Estland in allen möglichen Varianten ausgeglichen (Tore, Punkte, Direktenvergleich). Zum ersten Mal in der Geschichte einer Unihockey-WM musste das Los über den Gruppensieg entscheiden. In Anwesenheit von Trainern und Presse, führten die WM-Organisatoren die Ziehung durch. Das Los entschied zugunsten der Deutschen. Somit wurde Deutschland an erster Stelle gesetzt. Neben dem Gruppensieg feierte das Team auch das beste Ergebnis in einem Spiel, das je von einem deutschen Team bei einer WM erzielt wurde. Zusätzlichen Grund zum jubeln hatten auch Fritz und Mathis, die in diesem Spiel jeweils ihr erstes WM Tor markieren konnten.
Nun stand also am Samstag das Halbfinale gegen Österreich an. Der WM-Neuling konnte in keinem Teil des Spiels mithalten, sodaß durch einen 11:2 Sieg das Finale erreicht wurde. Den Österreichern wurde schnell klar, daß ihr Weg hier zu Ende war und legten ab Mitte des Spiels eine unfaire Spielweise an den Tag. Es gab versteckte Fouls und Tätlichkeiten, die dazu führten, daß sich einige deutsche Spieler verletzten und aus dem Spiel ausscheiden mußten. Für manche Spieler war damit die WM vorbei. Aufgrund ihrer Verletzungen konnten sie nicht mehr eingesetzt werden. Das deutsche Team mußte danach mit einigen Lücken ins Finale gehen.
Endlich war es dann soweit, das Endspiel war erreicht. Nun hatte das Team die Chance, eine bislang sehr erfolgreiche WM mit dem Titel zu beenden. Von der ersten Minute an zeigte sich ein enges Spiel, dem auch körperlich anzu merken war, daß es hier um den Titel ging. In der 5. Spielminute war es soweit und Deutschland konnte das 1:0 erzielen. Der Vorsprung konnte bis kurz vor Ende gehalten werden, dann fiel das Ausgleichstor. Ähnlich wie das erste Drittel verlief auch der zweite Spielabschnitt, hier konnte man erstmals mit 2 Toren in Führung gehen. Doch die Dänen kamen immer wieder heran und verkürzten bis Ende des Drittels auf 4:3. Noch spannender wurde das letzte Drittel. Hier konnte man zwar weiter seine Führung verteidigen, jedoch in den letzten 10 Minuten des Spiels verstärkten die Dänen den Druck und das Team wurde in die eigene Hälfte gedrückt. Die Jungs kassierten den Ausgleich fünf Minuten vor Schluss. Es entwickelte sich eine Dramatik um das nächste Tor. Genau 60 Sekunden vor Schluss erzielten die Dänen das Führungstor. In der verbleibenden Minute schrammte die deutsche Auswahl zwar am Ausgleich vorbei, schaffte es aber diesen nicht mehr. Die Partie endete schließlich mit 6:7. Nach dem Schlusspfiff sanken die enttäuschten deutschen Spieler zu Boden. Sie hatten fast das ganze Spiel geführt und es dann doch noch verloren.
Bei der anschließenden Siegerehrung wurde Fritz Herrmann als bester Verteidiger ins All-Star-Team der B-WM berufen. Trotz der Final-Niederlage, hat die deutsche U19-Nationalmannschaft ein überragendes Turnier gespielt. Wir gratulieren den Jungs zur Silbermedaille der B-Weltmeisterschaft! (mw) |